
Diese wundersame Rettungsgeschichte ist beispielhaft für unsere Missions Possible! Wenn Touristen, lokale Retter und Schweizer Helfer für das Überleben eines extrem scheuen und schwer verletzten Katers gemeinsam alles geben, dann werden solche Ausnahme-Happy Ends wahr: Ein alter Fiv+ Kater wie Simba fasst tatsächlich noch so viel Vertrauen in die Menschen. Er ist heute ein dankbarer Schmusekater ohne Schmerzen. Wir hoffen von ganzem Herzen, dass ihm noch viele Jahre der gemütlichen Pensionierung vergönnt sein werden zusammen mit seiner Top-Mami, die alles ermöglich hat. Aus Simba wurde ein glücklicher Sofa-Tiger mit null Lust auf Freigang (trotz ausbüxsicherem Garten), was wir bei vielen Santorini-Darlings feststellen. Seine Updates berühren viele Menschen in vielen Ländern stets aufs Neue. Aber zurück auf Start, wo alles unsicher war: Vom erfolgreichen Einfangen über die schwierige OP/Reha bis zu seiner Reise nach Hause…
Mitten in der Hochsaison erreichte uns der Hilferuf seiner Mami, einer skandinavischen Santorini-Besucherin: Sie habe am letzten Ferientag (what else) diese Katze mit grässlicher Hundebisswunde gesehen, sie bezahle den Tierarzt und wolle die Katze adoptieren. Ach, wie sehr fühlten wir Helfer mit ihr, kennen wir doch selber diese Situationen. Aber wie um Himmels willen sollten wir nebst allen anderen Notfällen, null freien Reha-Plätzen bei Helfern mit zu vielen Patienten nun auch noch diese Mission stemmen? Eine CH-Helferin raubte sich trotzdem die Zeit und rief die aufgelöste Frau an: So ein Rettungsunterfangen sei eine riesige Herausforderung, und wie denn die Zukunft für den Kater aussehe, gerade wenn der allenfalls noch positiv sei? Bastet sei Dank, diese Mami war erfahren, überzeugte mit Wissen und Überlegungen. So war schnell klar, dass dies DIE letzte und eine ganz wunderbare Chance für Simba war. Wir mussten sie doch packen! Leider können wir Helfer in der Hochsaison nur Katzen finden, wenn Touristen noch da sind oder unsere lokalen Retter weitere Hilfe von neu gewonnen Touristen erhalten. Auch haben die wenigen engagierten Tierretter auf Santorini kaum Zeit, bei +11 Std. Arbeit täglich von April bis Oktober, eher nie frei, und dann noch die Fütterung ihrer meist gut durchkastrierten Kolonien, oft weit nach Mitternacht…. Trotzdem: Nun lautete unser 1. Schritt: Aufruf durch das CH-Team via Social Media an andere Touristen für Mithilfe bei der Suche nach Simba. Wer hat den ängstlichen Kater wo gesehen? Tatsächlich erhalten wir in den nächsten Tagen einige Fotos mit guten Orts-/Zeitangabe. Jetzt erst kann eine griechische Helferin im 2. Schritt gekonnt charmant die Restaurants/Hotel in der Umgebung um Erlaubnis für Fangversuche bitten. Gleichzeitig gelingt es dem CH-Team, einen langjährigen TNR-Freund mit beeindruckendem Trapper-Können zu gewinnen: Er schaufelt sich in den nächsten Nächten jeweils von 22-24 Uhr irgendwie frei. Wir sind dankbar für die Hoffnung. Die ganze Whatsapp-Gruppe mit der Mami, allen Touristen und Helfern fiebert mit ihm mit: Der Thriller beginnt, Simba ist klug, wir alle wissen es! Ohne grösste Vorsicht hätte dieser Kater nie im Leben ca. 10 Winter als Streuner überlebt. Sein Misstrauen ist stärker als jeder Hunger. Folglich streift Simba bei X Fangversuchen lediglich um die Falle mit Sardinen herum, widersteht, verschwindet in die Nacht. Unser Fänger gibt nicht auf: New day, new luck. Für ihn könnten die aktuellen Herausforderungen nicht grösser sein! Wie auch der Zeitdruck und die Hindernisse bis zur Fangstelle…. übervolle Strassen, Verkehr bis in die Morgenstunden, chaotisch parkierte Autos, Herden von betrunkenen Touris, Kommentare und Gaffer für den Mann mit der Falle. Leider auch bellende Strassenhunde, die seine Sardinen riechen. Wir alle drücken die Daumen: Wieder und wieder nimmt unser Nr.1-Fänger den ca. 30 Min. Anmarsch auf sich, kommt mit der Falle irgendwie durchs Gedränge, hat Abdecktücher, Sardinen, Taschenlampe etc. dabei. Er muss dann an der Fangstelle ausharren, ja ruhiger als Simba sein. Und dann: OMG, was für eine Erleichterung! Als unser Profi Erfolgt via Whatsapp meldet, puhhh. Gottlob ist auch der Partner-Tierarzt von Filogati wie seit Tagen vereinbart standby und nun nach 23 Uhr sofort in seiner kleinen Klinik. Aber seine Analyse trifft uns Hoffende mit voller Wucht: Er wisse nicht, ob er diesen Kater retten könne, sein Zustand sei ernst, die Infektion grauenhaft, das Auge verloren, sehr viel faule Haut nun entfernt, Knochen sichtbar – zudem sei Simba alt, unterernährt und eben auch Fiv+. Wir sind erschüttert. Trotzdem entscheiden der Tierarzt, die Mami und das CH-Team gemeinsam, dass Simba jede mögliche Chance erhalten soll. Wir Helfer haben viele beeindruckende Heilungen erleben dürfen. Wir vereinbaren ein Simba-Fundraising, privat haben viele von uns Bitt-Rituale für Heilung, eine lokale Katzenretterin verspricht gestohlene Zeit für Besuche und Reha-Aufnahme. Und als ob Simba diese ganze Hoffnungswelle spüren tät, kommt er gut aus der Narkose raus, lässt in den nächsten Tagen das Wechseln der Verbände erstaunlich gut über sich ergehen, auch die Spritzen mit Schmerzmittel, und ja: Ganz behutsam öffnet er sich allmählich ein ganz klein Wenig, wenn seine tägliche Besucherin kommt. Unsere Helferin wird zu seinem Engel, er vertraut seiner Pflegemami immer mehr, er spürt die Brücke der Liebe. Und endlich, nach schweren und vielen Käfigtagen ist Simba bereit für den Umzug zu seiner Pflegemami. Auch wenn sie ihm nur ein kleines Badezimmer bieten kann, ihr einziger noch freier Raum für seine Quarantäne: Simba weiss bereits, dass er hier beste Fürsorge und gute Reha-Wochen erhalten wird. Die Mami und alle in der Whatsapp-Gruppe verfolgen nun seine Fortschritte mit grossem Staunen: Langsam bildet sich mehr Haut, die ersten feinsten Haare scheinen zu wachsen, es könnte gar das Auge verheilen! To top it all: Simba fängt an, das Streicheln der Helferin und ihre liebevollen Worte zu geniessen. Wir sind dankbar. Vor allem auch dieser lieben Helferin in unserem Filogati-Team, sie war seine einzige und allerbeste Chance für eine Top-Reha, welche keine lokaler Tierarzt für eine längere Phase bieten kann. Wir sind auf Helfer mit Wissen, Können und Liebe angewiesen. Und es braucht viel, dass ein Strassenkater eine solche Rehazeit in einem Mini-Badezimmer gut übersteht. Bei dieser Helferin wissen alle: Besser geht nicht. So folgt langsam auch die Planung für den nächsten Schritt dieser Rettung mit Adoption: Dank unserer Helferin für Fellnasenreisen und ihrem Netzwerk mit ausgewählten EU-Volontären zeichnet sich bald ein nahezu perfekter Reiseplan für Simba ab. Dank kurzen Wartezeiten und bester Unterstützung von befreundeten Katzenliebhabern mit Wissen und Erfahrung meistert Simba dann seine Reise ins Glück zu Deiner Forever-Mami ganz ausgezeichnet. Wir alle atmen dankbar und überglücklich auf! Er ist unser Held. Gemeinsam mit allen, die mitgeholfen und mitgefiebert haben, den wundervollsten Happy End-Machern in unserer Whatsapp-Gruppe, den hilfreichen Touristen aus vielen Ländern, unserem Top-Fänger und Simbas liebevollstem Pflegemami überhaupt erfreuen wir uns ob den Fotos und Videos aus dem hohen Norden. Was für Weihnachten für Simba dieses Jahr! An der Wärme, ohne Schmerzen, stets leckeres Futter und ein Leben ohne Ängste. Unbeschreiblich schön, wie Simba mit jeder Woche noch mehr Vertrauen aufbaut. Mit jedem Monat wird er ein noch grösserer Schmuser. Er schläft immer öfters ganz ausgestreckt, völlig entspannt und sehr tief – und dies auch oben, auf dem Sofa. Er hat Albträume und alle Angst ablegen können, unser Held. Simba, geniesse Deine Pensionierung nach einem grausamen Strassenleben mit wundersamer Rettung! Jeder Tag mit Dir ist ein Geschenk, auch für uns alle in der Simba-Gruppe. Danke für Deine Kraft und Dein grosses Vertrauen, Simba.


RETTUNGSMISSION
